Holzkohle / Briketts

Reicht nicht auch der 3Kg Sack Kohle für 3€ vom Discounter? Diese Frage kann ich nur mit einem klaren Nein beantworten. Diese Kohlen stammen meist aus Osteuropa, enthalten oftmals Holz aus Raubbau oder sogar Tropenhölzer, ebenfalls aus Raubbau. Weiterhin sind diese Kohlen qualitativ minderwertig produziert. Der Verkohlungsprozess ist nicht vollständig abgeschlossen, man findet also oft halbverkohlte Holzstücke im Sack. Bei den Briketts finden sich oft Fremdkörper wie Steine oder auch Plastikstücke in der Kohle. Weiterhin weisen diese Kohlen einen deutlich geringeren Kohlenstoffgehalt auf wie wertigere Produkte. Dadurch werden diese nicht ganz so heiß, produzieren vor allem aber erheblich mehr Asche. Deswegen kann ich nur sagen: Finger weg von Billigkohle.

 

Oft stellt sich dann die Frage, welche Kohle soll ich beim Grillen verwenden? Das kommt immer darauf an, was man grillen möchte! Generell gelten beim Thema Kohle für mich persönlich aber folgende Grundsätze, unabhängig vom Grillgut:

  • Qualitativ hochwertige Kohle verwenden: Diese brennt schneller an und hat einen höheren Kohlenstoffgehalt, brennt also länger und heißer. Außerdem hat hochwertige Kohle weniger Fremdstoffe  bzw. Verunreinigungen an Bord. Dadurch ist diese Kohle auch gesünder. Ausgasungen von z.B. Plastikfremdstoffen gibt es hier nicht. Außerdem produzieren Kohlen mit höherem Kohlenstoffgehalt deutlich weniger Asche als billige Produkte.
  • Holzkohle „Made in Germany“ kaufen: Leider wird bei günstiger Holzkohle oft Holzraubbau in Osteuropa oder in den Tropen betrieben. Das schädigt die Umwelt und hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Nur bei in Deutschland produzierten Kohlen kann man sich sicher sein wo das verwendete Holz herkommt.

Mein Tipp für Holzkohle und Holzkohlebriketts: Raiffeisen Grillbriketts

 

Diese beiden Grundsätze sorgen schon einmal für eine solide Grundlage im Grill was das Heizmaterial angeht.
Nun kommt es noch darauf an, welche Kohleart für welches Grillgut bzw. Grillvorhaben am besten geeignet ist.

  • Für ein spontanes, kurzes Grillverknügen eignet sich Buchenholzkohle am besten. Diese Kohlestücke brauchen nicht viel Zeit zum durchglühen und entwickeln auch in geringeren Mengen ausreichend Hitze für das normale Grillen. Allerdings halten sie nicht so lange durch wie Holzkohlebriketts.
  • Auch für Steaks eignet sich Buchenholzkohle bestens. Die normale Kohle entwickelt gegenüber den Briketts eine deutlich höhere Hitze unter dem Grillrost. Das ist optimal für schöne Steaks. Diese können so bei starker Hitze kurz von beiden Seiten angegrillt werden um die wichtigen Röstaromen zu entwickeln. Danach können sie im indirekten Bereich auf die gewünschte Kerntemperatur ziehen.
  • Für ausgedehnte Grillabende eignen sich hingegen Holzkohlebriketts besser. Diese liefern über einen deutlich längeren Zeitraum eine konstante Hitze. So ist es problemlos möglich, auch mehrere Gänge hintereinander oder auch zweimal am Abend mit der gleichen Kohle zu grillen. Die Brenndauer der Briketts hängt in hohem Maße mit der Qualität der Kohle zusammen.
  • Dann gibt es da noch nach dem Vorbild des amerikanischen BBQ das langsame Grillen mit der „Low and Slow“ Variante. Hierbei werden zumeist große Fleischstücke, z.B. ein ganzer Schweinenacken über Stunden bei möglichst niedrigen Temperaturen geräuchert und langsam gegart. Prominente Beispiele sind Pulled Pork oder Brisket und Spare Ribs. Auch für diese Zubereitungsmethode eignen sich Holzkohlebriketts besser. Sie liefern wie bereits erwähnt, über Stunden hinweg eine konstante Hitze. So muss seltener neue Kohle nachgelegt werden und alles läuft entspannter ab. Verwendet man dann noch die sog. Minion Ring Methode, muss man unter Umständen für einen 15 Stunden dauernden Long Job am Grill, nicht ein einziges mal Kohle nachlegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *